Wenn die Welt ein Dorf wäre

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piep
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Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von piep » 14 Okt 2013, 10:10

Wissenschaft und Forschung ist vielleicht etwas übertrieben... aber ich finde es trotzdem interessant und möchte es gerne posten.

Es geht um eine Runterrechnung der Weltbevölkerung, wenn diese ein Dorf wäre.
Einige kennen den Artikel bestimmt schon, er ist etwas älter und in der süddeutschen erschienen.
Ich finde....das macht etwas mit einem selbst beim lesen.


Wenn man die Weltbevölkerung auf ein 100 Seelen zählendes Dorf reduzieren könnte und dabei die Proportionen aller auf der Erde lebenden Völker beibehalten würde, wäre dieses Dorf folgendermaßen zusammengesetzt:

* 57 Asiaten
*21 Europäer
*14 Amerikaner (Nord-, Zentral- und Südamerikaner)
*8 Afrikaner

Es gäbe :


* 52 Frauen und 48 Männer
*30 Weiße und 70 nicht Weiße
*30 Christen und 70 nicht Christen
*89 Heterosexuelle und 11 Homosexuelle
*6 Personen besäßen 59% des gesamten Reichtums
und alle 6 kämen aus den USA,
* 80 lebten in maroden Häusern,
*70 wären Analphabeten,
*50 würden an Unterernährung leiden,
*1 wäre dabei zu sterben,
*1 wäre dabei geboren zu werden.
*1 besäße einen Computer,
*1 ja, nur einer hätte einen Universitätsabschluß.

Wenn man die Welt auf diese Weise betrachtet, wird das Bedürfnis nach Akzeptanz und Verständnis offensichtlich. Du solltest auch folgendes bedenken :

*Wenn Du heute morgen aufgestanden bist und eher gesund als krank warst, hast Du ein besseres Los gezogen als die Millionen Menschen, die die nächste Woche nicht mehr erleben werden.

*Wenn Du noch nie in der Gefahr einer Schlacht, in der Einsamkeit der Gefangenschaft, im Todeskampf der Folterung oder im Schraubstock des Hungers warst, geht es Dir besser als 500 Millionen Menschen.

*Wenn Du zur Kirche gehen kannst ohne Angst haben zu müssen bedroht, gefoltert oder getötet zu werden, hast Du mehr Glück als 3 Milliarden Menschen.
Wenn Du Essen im Kühlschrank, Kleider am Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen hast, bist du reicher als 75% der Menschen dieser Erde.

*Wenn Du Geld auf der Bank, in Deinem Portemonnaie und im Sparschwein hast, gehörst Du zu den privilegiertesten 8% dieser Welt.

*Wenn Deine Eltern noch leben und immer noch verheiratet sind, bist Du schon wahrlich eine Rarität.

*Wenn Du diese Nachricht erhältst, bist Du direkt zweifach gesegnet: Zum einen weil jemand an Dich gedacht hat, und zum anderen weil Du nicht zu den zwei Milliarden Menschen gehörst, die nicht lesen können.
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Amari
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Amari » 14 Okt 2013, 11:18

Quelle?
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stellinchen
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von stellinchen » 14 Okt 2013, 11:46

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Rahja
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Rahja » 14 Okt 2013, 13:50

WOW piep das ist großartig, danke! :bussi:
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piep
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von piep » 14 Okt 2013, 17:41

freut mich Rahja:)
ob das jetzt alles wirklich haargenau so stimmt weiß ich natürlich nicht.. aber ich denke schon, dass es nicht totaler nonesense ist.
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Lycta
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Lycta » 14 Okt 2013, 19:37

Die Sätze im unteren Teil des Textes hatte ich lange als Postkarte im Zimmer bei meiner Familie. Irgendwie ist die weg. Hat mich aber gerad daran erinnert. Der Text ist immer noch toll.
Marissa
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Marissa » 14 Okt 2013, 19:59

Ich find das nur manchmal schwierig, weil das quasi aussagt "Stell dich nicht an, du bist unglaublich privilegiert".
Und obwohl ich das bin und auch weiß (ich erfülle jeden einzelnen Punkt auf der Liste, inkl. Uniabschluss, nicht geschiedenen Eltern und Co.) fühle ich mich trotzdem oft genug schlecht. Und auch noch nochmal schlecht, weil es dafür ja nichtmal nen Grund gibt.
Grundsätzlich ist es aber schon wichtig sich sowas klarzumachen und nicht ständig wegen so Blödsinn wie "der kann sich ne teurere Uhr kaufen als ich" rumzuheulen. Was ich eh nicht tue, aber mir verdammt oft begegnet.

Man kann diese Liste aber auch anders führen und von was anderem ausgehen. Ich bin z.B. an der Uni auch wieder eher ne Ausnahme gewesen, weil ich die erste aus meiner Familie dort bin und somit nur ein "Arbeiterkind". Meine Eltern besitzen auch keinen fetten Bücherschrank oder sowas. Das meinte zumindest einer unserer Profs mal. Mag natürlich auch nur für die Kulturwissenschaften gelten oder komplett überholt sein, keine Ahnung.
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Lycta » 14 Okt 2013, 20:08

Marissa hat geschrieben:Ich find das nur manchmal schwierig, weil das quasi aussagt "Stell dich nicht an, du bist unglaublich privilegiert".
Das stimmt einerseits, aber ich glaube nicht, dass das die Intention des Textes ist. Aber es kann einem vielleicht noch mal vor Augen führen, was wirklich wichtig ist. Eben nicht die teurere Uhr. Und es ist immer die Frage, was man als Referenzgruppe nimmt. Die Weltbevölkerung oder doch "nur" Europa oder "nur" Deutschland. Oder doch nur Bayern vs einem anderen Bundesland. Vergleiche ich mich mit den anderen Studenten oder mit allen anderen in meinem Alter?

Ich lese den Text eher so, dass man schon Glück hat nicht unter solchen^^Bedingungen leben zu müssen, aber dennoch hat man das Recht auch in Deutschland traurig zu sein. Wenn ein geliebter Mensch stirbt ist es doch absolut Wurscht, ob man ansonsten "reich" ist oder nicht. Man leidet darunter. In Deutschland. In anderen Ländern.
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von piep » 14 Okt 2013, 21:30

Marissa, ich weiß auch was du meinst. Und so kann man den Text auf jedenfall lesen!
Aber Leid ist natürlich nicht vergleichbar.. (wobei mir das auch oft genug passiert... dass ich denke, 'reiß dich zusammen, woanders geht es Leuten tausendmal schlecht als dir' oder 'andere sind viel "kränker" als du mit deinen komischen Ess-Phasen-Problemen') aber das bringt natürlich niemandem was.

Aber mich hat der Text irgendwie trotzdem berührt und angesprochen.

@Lycta: das finde ich eine coole Postkarte. Hätte ich auch gerne.
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von angeleye » 16 Okt 2013, 00:38

Ich mag den Text irgendwie.
Es erinnert daran, dass es einem noch viel schlechter gehen könnte und es Gott sei Dank nicht tut.
Hört sich doof an, aber ich bin froh, dass es mir nicht in diesem Sinn schlecht geht.
Und ich finde NICHT, dass es die Probleme, die man hat, runterspielt. Oder sagt "Dir geht es (z.B.) finanziell so gut, also stell dich mit dem Rest nicht so an".
Jeder darf Probleme haben. Ob Analphabet oder nicht, ob mit Computer/Uniabschluss etc oder ohne.
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von stellinchen » 16 Okt 2013, 00:40

:dito:
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Rahja » 16 Okt 2013, 02:26

Schließe mich angel ebenfalls an :)
Pippin

Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Pippin » 03 Jun 2014, 22:17

Ich finde den Text auch super. Das erinnert einen nochmal daran wie gut wir es eigentlich haben.
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Lemin
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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Lemin » 03 Jul 2014, 06:39

Mh sorry, aber ich finde das ganze einfach zu pauschal. Da draußen auf der Welt, selbst wenn sie ein Dorf wäre, gäbe es noch viel mehr als nur schwarz und weiss, haben oder nicht haben, sein oder nichts sein. Das alles ist dabei gar nicht aufgeführt und mit einbezogen worden. Zudem können die theoretischen Herunterrechnungen gar nicht stimmen.

Nein, ich bin im Vergleich zu manch anderen nicht privilegiert (die gerechtfertigte, positive Ausnahme von der Regel der Gleichberechtigung) zum Einen bin ich nicht besser gestellt als andere, ich habe genauso Probleme und Sorgen, nur eben andere.

Und zum Anderen, was ich SEHR wichtig finde, sollte man die Stellung einer Person, nicht an ihren materiellen Werten (Computer, Diplom, Luxushaus, Geld,....) messen sondern danach, wie glücklich jemand ist.

Es gibt sicher auch Analphabeten oder Menschen ohne Computer, die glücklich sind. Ja, wahrscheinlich sogar körperlich kranke Menschen, die dennoch glücklich sind, warum soll so jemand nicht auch glücklich sein können. So, wie es manche gesunden Menschen gibt, oder manche wohlhabenden Menschen, oder welche die viel Geld haben, die aber nicht glücklich sind.

Einfach mal aufhören, die Leute zu unterteilen und zu gucken, wer was hat oder nicht hat. Wir sind eine gesamte Welt, egal welche Herkunft, Hautfarbe oder Bildungsstand. Ich habe auch schon 2x einem obdachlosen am Bahnhof was abgegeben, einfach nur weil er mich gefragt und darum gebeten hat.
Er fragte, ob ich einen Kaugummi für ihn hätte und ich gab ihm einfach die ganze Packung die ich dabei hatte.

Das machte ihn über glücklich und von so etwas erwähnt der Text kein Wort, da geht es nur um privilegiert sein.

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Re: Wenn die Welt ein Dorf wäre

Beitrag von Lemin » 03 Jul 2014, 07:20

Ah was mir noch eingefallen ist, im Hinduismus glaubt man ja, dass man je nachdem was für ein gutes/schlechtes Karma man sich selbst im vorherigen Leben durch seine Taten erarbeitet hat, man dem entsprechend im nächsten Leben in eine hohe Kaste (bei einem guten Karma) oder in eine niedrigere Kaste (bei schlechterem Karma) hinein geboren wird.

Was dann bedeuten würde, jeder hätte sich (zumindest laut hinduistischem Glaube) sein jetziges Leben mit allem drum und dran entsprechend durch seine Taten im vorherigen Leben selbst zuzuschreiben.
Lemin.
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