Suchterkrankung Späte Hilfe bei Essstörungen

wissenschaftliche Erkenntnisse und eigene Fragen, Untersuchungen, Hypothesen, Theorien
Antworten
Benutzeravatar
hexelgramm
inaktives Mitglied
Beiträge: 1973
Registriert: 01 Jun 2007, 06:18
Untertitel: Füttern verboten!
Geschlecht:

Suchterkrankung Späte Hilfe bei Essstörungen

Beitrag von hexelgramm » 15 Mär 2010, 09:00

:kopfkratz: Auf die schnelle hab ich jetzt nichts gefunden. Wenn es schon so ein Thema gibt, bitte liebe Mod`s legt es zusammen oder löscht es.
Danke!

Zu dem Thema möchte ich anmerken, dass ich sehr lange Zeit meine Krankheit verleugnet oder besser geschrieben, nicht wahrnehmen wollte.
Auch heute noch nach all den Klinikaufenthalten, verneine ich diese und bestreite besonders bei Fremden, dass ich *ana" habe oder jemals dafür in einer Klinik war.
Persönlich vermute ich, das ich das mehr aus Sebstschutz mache. Wie auch immer Fremde sind in dieser, meiner Welt nicht willkommen !

Suchterkrankung
Späte Hilfe bei Essstörungen
12. März 2010, 12:09

*

Betroffenen verleugnen durchschnittlich fünf Jahre Lang ihr Problem - Frühe Diagnosen entscheidend

Wien - Anorexie und Bulimie sind die wohl bekanntesten Essstörungen. Sie sind zwar verbreitet, werden aber noch immer aus Scham und Angst vor Stigmatisierung von den Betroffenen verschwiegen. So lange, bis es manchmal zu spät ist, warnte Johann Kinzl von der Klinischen Abteilung für Psychosomatische Medizin der Universitätsklinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck am Freitag anlässlich des Ernährungskongresses in Wien.

"Man darf nie vergessen, dass Bulimie und Anorexien tatsächlich schwere Erkrankungen sind", so Kinzl. Leider suchen Betroffene meist viel zu spät - durchschnittlich erst nach fünf Jahren - professionelle Hilfe. Und selbst dann kommen die Patienten zumeist nicht aus eigenem Antrieb, sondern werden von ihren verzweifelten Eltern oder anderen Angehörigen in die Klinik geschleppt", berichtet der Arzt. Nur ganz wenige von ihnen hätten eine "positive Motivation", ihrer Krankheit zu begegnen, nämlich jene, die sich von ihr nicht weiter einschränken lassen wollen. "Meist verleugnen die Betroffenen ganz einfach ihr Problem".

Psychische und körperliche Folgen

Die Liste der Folgen von Essstörungen ist lang und beunruhigend: Den Betroffenen ist ständig kalt (Untertemperatur), haben niedrigen Blutdruck oder Amenorrhoen (Ausbleiben der Menstruation). Im schlimmsten Fall kann das zur Infertilität führen. Die Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko des Knochenabbaus (Osteoporose), verbunden mit einer verstärkten Neigung zu Knochenbrüchen. Durch das ständige Erbrechen ist der Elektrolythaushalt gestört, die Speiseröhre erhält Risse und es kommt zu Zahnprobleme wie Karies. Genauso wird mit der Zeit die Hirnleistung immer schlechter. Betroffene fühlen sich zudem häufig antriebs- und freudlos, unterliegen Stimmungsschwankungen und Libidoverlust.

Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen, aber auch Schulärzte sind bei der Diagnose und der Therapie von Essstörungen gleichermaßen gefragt. Kinzl attestierte allen Ärztegruppen zwar ein "zunehmendes Bewusstsein", wenn es um das Erkennen der Krankheit geht, obwohl "nach wie vor vieles verbesserungswürdig erscheint". Und auch die breite Öffentlichkeit ist speziell seit dem Bulimie-Bekenntnis von Prinzessin Diana in den 80er Jahren für das Thema sensibilisiert.

Frühe Diagnosen

"Es ist ganz einfach wichtig, dass jegliche Essstörung so früh wie möglich diagnostiziert wird, um mögliche negative körperliche und psychische Folgen zu verhindern", so der Arzt. Genauso spielen Diaetologen beim Aufspüren der Krankheit sowie bei der Therapie eine wichtige und unterstützende Rolle. Unterstützung ist im Regelfall zudem durch Psychotherapie notwendig, um das "Grundproblem" der Erkrankung aufzuspüren.

Wermutstropfen dabei: In Österreich kann derzeit lediglich Tirol auf eine großzügige Regelung im Sinne der Patienten verweisen; dort wird Psychotherapie weitestgehend durch die Krankenkassen erstattet. In allen anderen Bundesländern müssen Betroffene erst einmal die Therapie bezahlen, bevor eine durchaus geringe Rückvergütung von 21,60 Euro von den Kassen schlagend wird. (APA)

http://derstandard.at/1268382639935/Suc ... stoerungen
Benutzeravatar
Elfenflügel.00
Mitglied
Beiträge: 842
Registriert: 27 Nov 2016, 15:49
Untertitel: -
Geschlecht:
Alter: 18

Re: Suchterkrankung Späte Hilfe bei Essstörungen

Beitrag von Elfenflügel.00 » 06 Dez 2016, 16:23

.
Zuletzt geändert von Elfenflügel.00 am 04 Feb 2017, 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Kamadamana
Mitglied
Beiträge: 1161
Registriert: 18 Dez 2010, 09:59
Untertitel: Buridans Esel
Geschlecht:
Alter: 34

Re: Suchterkrankung Späte Hilfe bei Essstörungen

Beitrag von Kamadamana » 02 Feb 2017, 07:19

Ich gehöre wohl auch zu denen, die die Krankheit verleugnen. Also, mir ist schon bewusst, dass da etwas ist, sonst wäre ich ja auch nicht hier im Forum, aber ich bin mir nach wie vor unsicher, ob ich dem einen Krankheitswert zuschreiben sollte. Denn ich bin überzeugt davon, dass ich nicht mangelernährt bin (abgesehen von der Energie natürlich) und das ist letzten Endes entscheidend dafür, ob und welche Folgeschäden entstehen können. Vermutlich habe ich "nur" ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Das ist zwar schlimm genug, aber ich schätze, dass andere, die sich "normal" (d.h. zuviel) ernähren, vergleichbare Risiken haben, etwa Diabetes, Herzerkrankungen usw. Und psychisch fühle ich mich durch meine Dauerdiät auch nicht eingeschränkt. Normalerweise denke ich nicht allzu viel ans Essen, fühle mich in der Regel (mit eher moderatem Untergewicht) "dünn genug" usw. Auf der anderen Seite ist mir aber schon klar, dass wohl auch die anderen Magersüchtigen, die ihre Krankheit abstreiten, solche Erklärungen haben. Wenn ich das Seroquel soweit abgesetzt habe, werde ich mal einen umfassenden Bluttest machen lassen, um zu sehen, ob da alles im Normbereich ist. Damit kann ich dann zwar auch nicht hundertprozentig sicher sein, dass gar kein Risiko besteht, aber es sollte schon die Tendenz anzeigen.
Antworten